Feinstaub

Feinstaub- bzw. Umweltzonen im wilden Süden

Die folgenden Informationen entstammen größtenteils dem „Faltblatt Umweltzonen“  des Umweltministeriums Baden-Württemberg, bzw. den verschiedenen, jeweils verlinkten Quellen aus dem Internet.

Was ist eigentlich Feinstaub?

Laut Definition gelten Staubpartikel mit einer Teilchengröße von weniger als 10 Mikrometern als „Feinstaub“. Genau erklärt wird das auf der Wikipedia-Seite: >>WIKIPEDIA.de-Feinstaub

Was sind Umweltzonen und wo gibt es sie?

Seit 01.01.2010 gibt es die sogenannten „Umweltzonen“ in Baden-Württemberg in folgenden Stätdten und Gemeinden:

  • Stuttgart
  • Mannheim
  • Karlsruhe
  • Heilbronn
  • Ulm
  • Pforzheim
  • Reutlingen
  • Ludwigsburg
  • Tübingen
  • Schwäbisch Gmünd
  • Leonberg
  • Herrenberg
  • Mühlacker
  • Ilsfeld
  • Pleidelsheim
  • Freiburg
  • Heidelberg
  • Pfinztal

Inzwischen, Stand 2015, sind noch unzählige weitere Gemeinden auf den „Feinstaubzug“ aufgesprungen…

Umweltzone-Was ist das?

Umweltzonen sind meistens auf Stadtgebiete beschränkt. In den Umweltzonen gelten für Fahrzeuge mit „hohem Schadstoffausstoß“ Fahrverbote. Es gibt Grenzwerte für die Konzentration von  Stickstoffdioxid und Feinstaub, mit denen die Umweltzonen begründet werden. Die  Landesregierung hielt diese Maßnahmen für  geeignet, die Luftqualität zu verbessern.

Wie erkenne ich die Umweltzone?sign-uwz1

Für Umweltzonen wurde ein neues Verkehrsschild „erfunden“ und der StVZO zugefügt. Auf einem Zusatzschild werden die (gelben, roten und grünen) Plaketten abgebildet, die freie Fahrt in der Umweltzone gewähren.

 

Wer darf die Umweltzone befahren?

In den Umweltzonen in Baden-Württemberg dürfen nur noch Fahrzeuge mit Plaketten fahren, sign-uwz2die für die jeweilige Umweltzone freigegeben sind. Fahrzeuge ohne Plakette dürfen wegen ihrer besonders hohen Emissionen grundsätzlich nicht in Umweltzonen fahren. Fahrten in Umweltzonen für die ein Fahrverbot besteht, sind nur dann zulässig, wenn für sie eine Ausnahmegenehmigung erteilt wurde oder in der Umweltzone bestimmte Fahrten allgemein vom Fahrverbot ausgenommen sind.

Fahrverbote – ab wann gelten sie?

Seit 1. Januar 2013 sind nur noch Fahrzeuge mit grüner Plakette in den Umweltzonen zugelassen.

Eine zeitliche Begrenzung ist dabei bislang nicht geplant.

Die Plaketten

Mit den Plaketten werden Fahrzeuge nach ihrem Schadstoffausstoß gekennzeichnet. Dies ermöglicht die Kontrolle von Verkehrsbeschränkungen für Fahrzeuge mit schlechten Abgaswerten. Hierfür sind in der bundesweit gültigen Kennzeichnungsverordnungplaketten vier Schadstoffgruppen festgelegt, die sich an den europäischen Abgasnormen (Euro-Normen) orientieren. Die Plaketten tragen die Nummer der Schadstoffgruppe und haben unterschiedliche Farben.

Fahrzeuge der Schadstoffgruppe 1 erhalten keine Plakette.

In die Umweltzone einfahren,  ohne Plakette?

Zugegeben, uns ist keine Polizeikontrolle bekannt, die explizit im Bezug auf die Umweltzonen durchgefüht wurde. Aber was nicht ist, kann ja schließlich noch werden? Sicherlich wir die „Rennleitung“ früher oder später auf Druck „von oben“  anfangen müssen, solche Kontrollen durchzuführen. Fein raus ist freilich, wer eine H-Zulassung oder eine rote Nummer besitzt. Dazu aber mehr, bei den Ausnahmen.

In einer Umweltzone ohne Plakette, mit einer Plakette für die die Umweltzone nicht freigegeben ist oder ohne erteilte Ausnahme zu fahren, kostet 40 Euro Bußgeld und führt zusätzlich zu einem Punkt in Flensburg.

Seit 01.02.09 werden übrigens auch parkende „Plakettensünder“ von den Ordnungsämtern geahndet.

Bislang war es erforderlich, das Fahrzeug zu „führen“, um den Verstoß zu begehen. Hier hat der Gesetzgeber „nachgebessert“, so dass inzwischen die „Teilnahme am Verkehr“ ausreicht und der Halter bestraft werden kann. Am Verkehr nimmt man im rechtlichen Sinne auch teil, in dem man (sein Fzg) parkt. Irgendwie klasse, oder nicht?

Welche Plakette bekommt mein Auto?

Dies ergibt sich aus der Emissionsschlüsselnummer, die in den Fahrzeug papieren eingetragen ist, und ggf. aus den Dokumenten zur Partikelfilternachrüstung. Beim alten Fahrzeugschein steht die Nummer im Feld „Schlüsselnummer zu 1“ , bei der neuen Zulassungsbescheinigung im Feld 14.1.

Mit der Emissionsschlüsselnummer kann anhand der folgenden Übersicht ermittelt werden, welche Plakette ein Fahrzeug erhalten kann:

tabelle-plaketten

Mit einer abgastechnischen Nachrüstung wie einem Dieselrußfilter kann eine bessere Schadstoffgruppe erreicht werden.

Feinstaubplakette – Wo bekomme ich die Dinger her?

Als braver Bürger beugen wir uns natürlich und beschaffen uns -je nach Fahrzeug und Möglichkeit- die entsprechende Plakette. Zu bekommen sind sie bei den Kfz-Zulassungsbehörden und  bei den Stadt- und Landkreisen sowie  bei den anerkannten Stellen, die Abgasuntersuchungen (AU) durchführen dürfen. Hierzu zählen zugelassene Prüforganisationen

wie Dekra, GTÜ und TÜV oder technische Prüfstellen sowie über 5.600 in Baden-Württemberg für Abgasuntersuchungen autorisierte Kfz-Werkstätten. Für den Erwerb der Plakette ist der Fahrzeugschein erforderlich. Bei manchen Zulassungsstellen reicht auch nur die Angabe des Kennzeichens. Eine Plakette kann bundesweit erworben

werden und gilt zeitlich unbeschränkt in jeder deutschen Umweltzone, solange das Auto dasselbe Kennzeichen hat. Den Preis für eine Plakette legen die Ausgabestellen selbst fest. In der Regel  kostet sie zwischen 5 und 8 Euro.

Im Ausland zugelassene Fahrzeuge

Im Ausland zugelassene Fahrzeuge benötigen ebenfalls eine Plakette, die entsprechend der Europäischen Abgasnorm vergeben wird, nach der das Fahrzeug zugelassen wurde. Falls dies nicht aus den Fahrzeugpapieren hervorgeht oder auf andere Weise nachgewiesen werden kann, wird die Plakette nach dem Datum der Erstzulassung des Fahrzeuges vergeben. Sie kann bei den oben genannten Ausgabestellen erworben werden. Darüber hinaus können Plaketten per Post, per Mail oder zusammen mit einer Hotelbuchung bestellt werden. Dabei ist eine Kopie der Fahrzeugpapiere bzw. ein amtliches Dokument vorzulegen, aus dem das Erstzulassungsdatum und der Fahrzeugtyp (Diesel/Benzin und Pkw/Lkw) ersichtlich ist. Vom Ausland aus können Plaketten u. a. bei den zugelassenen Prüforganisationen unter www.dekra.dewww.tuev-sued.de und www.gtue.de bezogen werden.

Nachrüsten?

Diesel-Pkw

Angeblich ist eine Nachrüstung ein wichtiger Beitrag zur Luftreinhaltung , da der Feinstaubausstoß bei Diesel-Pkw um 30 bis 60% gesenkt werden kann. Ein umfangreiches Angebot zur Nachrüstung steht für viele Modelle zur Verfügung. Die Nachrüstbarkeit eines Fahrzeuges kann mit Hilfe des Fahrzeugscheins im Internet unter www.feinstaubplakette.de und www.feinstaub.gtue.de überprüft werden. Dort finden sich auch Angaben, welche Plakette mit einer Nachrüstung erreicht wird. Nähere Informationen und eine Beratung über die technischen Möglichkeiten erhalten Sie bei den Kfz-Werkstätten.

Benziner

Benzinfahrzeuge mit geregeltem Katalysator erhalten in der Regel eine grüne Plakette oder eine Ausnahme von den Fahrverboten. Für Fahrzeuge ohne oder mit ungeregeltem Kat ist eine grüne Plakette möglich, wenn ein geregelter Kat nachgerüstet wird. Die Nachrüstung führt regelmäßig zu einer Neueinstufung bei der Abgasnorm und damit zu einer Verminderung der Kraftfahrzeugsteuer.

Ausnahmen vom Fahrverbot

Welche Ausnahmen gelten allgemein?

Nach der Kennzeichnungsverordnung dürfen bestimmte Fahrzeuge in den Umweltzonen generell ohne Plakette fahren. Dazu gehören mobile Maschinen und Geräte, Arbeitsmaschinen, land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen, zwei- und dreirädrige Kraftfahrzeuge, Krankenwagen und Arztwagen mit der Kennzeichnung „Arzt im Notfalleinsatz“, Fahrzeuge mit außergewöhnlich behinderten Personen, Fahrzeuge mit Sonderrechten nach § 35 StVO (Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz, Fahrzeuge der Bundeswehr) und Oldtimer mit Oldtimerkennzeichen.

Welche weiteren Ausnahmen gibt es in Ba-Wü?

Nach dem landesweiten Ausnahmekonzept gilt zunächst der Grundsatz “Nachrüstung vor Ausnahme“. Für Halter von Fahrzeugen ohne Plakette kann von dieser allgemeinen Voraussetzung nur abgesehen werden, wenn das Fahrzeug vor dem 1.11.2007 auf den Halter zugelassen wurde und

  •  technisch nicht nachgerüstet werden kann oder
  • die Kosten für eine Nachrüstung den Wert des Autos übersteigen.

Für Fahrzeuge mit roter oder gelber Plakette gilt als Stichtag für die Zulassung auf den Fahrzeughalter der 01.01.2010. Kann ein Fahrzeug nicht nachgerüstet werden,  kann für folgende Fahrten eine Ausnahmegenehmigung erteilt werden:

  • Fahrten zur Versorgung der Bevölkerung mit lebensnotwendigen Gütern, insbesondere die Belieferung des Lebensmitteleinzelhandels, von Apotheken, von Altenheimen, Krankenhäusern und ähnlichen öffentlichen Einrichtungen sowie von Wochen- und Sondermärkten.
  •  Fahrten zur Versorgung der Bevölkerung mit lebensnotwendigen Dienstleistungen, insbesondere zum Erhalt und zur Reparatur betriebsnotwendiger technischer Anlagen, zur Behebung von Gebäudeschäden einschließlich Wasser-, Gas- und Elektroschäden und für soziale und pflegerische Hilfsdienste.
  • Fahrten mit Spezialfahrzeugen wie Kräne, Schwerlasttransporter und spezielle Zugmaschinen von Schaustellern.
  • Fahrten mit Personenkraftwagen mit geregeltem Katalysator und den Schlüsselnummern 03, 04, 09 und 11.
  • Fahrten in wichtigen Einzelfällen, etwa für notwendige Arztbesuche (z.B. von Dialysepatienten), Fahrten von Schichtdienstleistenden, die nicht auf den ÖPNV ausweichen können, Fahrten zur Aufrechterhaltung von Fertigungs- oder Produktionsprozessen oder Einzelfahrten aus speziellen Anlässen.

Eine erteilte Ausnahmegenehmigung gilt in der Regel auch für alle anderen Umweltzonen in Baden-Württemberg. Als Nachweis ist die erteilte Ausnahmegenehmigung vom Fahrer bei Fahrten in badenwürttembergischen Umweltzonen mitzuführen.

Von den Fahrverboten in Umweltzonen sind Prüfungs-, Probe-, oder Überführungsfahrten mit Kurzkennzeichen, mit rotem Kennzeichen oder mit Ausfuhrkennzeichen allgemein ausgenommen. Für solche Fahrten muss daher keine Ausnahmegenehmigung beantragt werden.

Wo bekommt man die Ausnahme her?

Ausnahmen werden von den Bürgermeisterämtern der Städte Stuttgart, Mannheim, Karlsruhe, Freiburg, Heidelberg, Heilbronn, Ulm und Pforzheim sowie von den Landratsämtern Böblingen (Umweltzonen Herrenberg und Leonberg), Enzkreis (Umweltzone Mühlakker), Heilbronn (Umweltzone Ilsfeld), Karlsruhe (Umweltzone Pfinztal), Ludwigsburg (Umweltzonen Ludwigsburg und Pleidelsheim), Ostalbkreis (Umweltzone Schwäbisch Gmünd), Reutlingen und Tübingen erteilt.

Die Behörden können nur für Fahrzeuge der Schadstoffgruppe/Plakettenfarbe Ausnahmen erteilen, für die Fahrverbote in den Umweltzonen gelten, für die sie zuständig sind. Wenn in Baden-Württemberg z.B. Fahrverbote für Fahrzeuge mit roter Plakette in einer Umweltzone vorgezogen werden, können Ausnahmen für Fahrten mit Fahrzeugen mit roter Plakette nur von der dafür zuständigen Behörde zugelassen werden.

Alle Angaben ohne Gewähr!

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